Zahlungsbedingungen im Freelancer-Vertrag
Die Zahlungsklausel entscheidet, wann du tatsächlich Geld bekommst, nicht wann die Arbeit fertig ist. Worauf du achten solltest und was du verlangen kannst.
Wann die Frist beginnt
„Zahlbar innerhalb von 30 Tagen“ hängt davon ab, ab wann gezählt wird:
- Ab Rechnungsdatum: klar und planbar.
- Ab Zugang der Rechnung: der Kunde kann behaupten, sie sei nie angekommen. Schick Rechnungen per E-Mail und bewahre den Nachweis auf.
- Ab Abnahme: die Frist läuft erst, wenn der Kunde es entscheidet. Verlange eine Frist für die Abnahme.
- „Wenn der Endkunde bezahlt hat“: du trägst das Geschäftsrisiko des Kunden. Vermeide das, wenn du kannst.
Was du verlangen kannst
14 oder 30 Tage sind für Freelancer üblich. Große Unternehmen bestehen in ihren Vorlagen oft auf längeren Fristen. Bewegen sie sich nicht, machen eine Anzahlung oder Abschläge das Warten billiger.
Anzahlung und Abschläge
Eine Anzahlung vor Beginn (oft 30 bis 50 % des Honorars) heißt, dass auch ein abgesagtes Projekt etwas einbringt, und zeigt, dass der Kunde es ernst meint. Bei längeren Projekten teilst du das Honorar in Abschläge, die jeweils mit einem Ergebnis fällig werden.
Verzug und Verzugszinsen
Nach deutschem Recht gerät ein Unternehmen spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung in Verzug. Unter Unternehmen betragen die gesetzlichen Verzugszinsen neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, dazu kommt eine Pauschale von 40 Euro. Zahlungsfristen über 60 Tage sind unter Unternehmen nur wirksam, wenn sie ausdrücklich vereinbart und für dich nicht grob unbillig sind. In Österreich und den übrigen EU-Ländern gelten ähnliche Regeln auf Grundlage der EU-Zahlungsverzugsrichtlinie.
Es lohnt sich trotzdem, das in den Vertrag zu schreiben: Der Kunde sieht es vor der Unterschrift. Ebenso das Recht, die Arbeit zu pausieren, solange eine Rechnung überfällig ist.
Was du außerdem prüfen solltest
- Währung und Gebühren: wer Bank- oder Überweisungsgebühren trägt und in welcher Währung gezahlt wird.
- Auslagen: ob Reisen, Lizenzen oder Stockmaterial zusätzlich bezahlt werden.
- Aufrechnung: eine Klausel, nach der der Kunde „sämtliche Gegenforderungen“ abziehen darf, kann im Streit dein Honorar auffressen.
Sind die Bedingungen klar, erstellst du die Rechnung mit unserem kostenlosen Rechnungsgenerator: mit Fälligkeitsdatum und Bankverbindung.
Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen und ist keine Rechtsberatung. Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land, und was in einem Vertrag üblich ist, kann anderswo unwirksam sein. Bei einem wichtigen Auftrag lass den Vertrag zusätzlich von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.
Prüfe deinen Vertrag, bevor du unterschreibst
Lade einen Kundenvertrag hoch (PDF oder DOCX) und SoloOps zeigt dir, welche Bedingungen du besprechen solltest, was fehlt und worum du bitten kannst. Die erste Prüfung jeden Monat ist kostenlos, ohne Karte.
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