Ausfallhonorar: bezahlt werden, wenn der Kunde absagt

Ein Ausfallhonorar zahlt der Kunde, wenn er ein Projekt absagt, das du schon begonnen oder für das du Zeit reserviert hast. Ohne diese Regel kann „wir machen es doch nicht“ Wochen unbezahlter Arbeit bedeuten.

Aktualisiert am 21. Oktober 2026. Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung.

Das Problem

Achtung beiDer Auftraggeber kann diesen Vertrag jederzeit ohne Angabe von Gründen mit sofortiger Wirkung kündigen.

Viele Kundenvorlagen erlauben es, jederzeit auszusteigen. Lies das zusammen mit der Zahlungsklausel: Ist die Zahlung erst mit der finalen Lieferung oder der Abnahme fällig, bringt ein abgesagtes Projekt womöglich gar nichts.

Was das Gesetz sagt

Bei einem Werkvertrag nach deutschem Recht kann der Kunde jederzeit kündigen, muss dann aber grundsätzlich die vereinbarte Vergütung zahlen, abzüglich dessen, was du dir an Aufwand sparst oder anderweitig verdienst. Für den noch nicht erbrachten Teil wird vermutet, dass dir 5 % der darauf entfallenden Vergütung zustehen; wer mehr oder weniger geltend macht, muss es nachweisen. Ein Vertrag kann davon abweichen, und genau deshalb lohnt es sich, die Klausel zu lesen. Bei einem Dienstvertrag gelten andere Regeln.

Was du verlangen kannst

FormulierungsbeispielJede Partei kann diesen Vertrag mit einer Frist von zehn (10) Tagen schriftlich kündigen. Kündigt der Auftraggeber aus einem anderen Grund als einer wesentlichen Pflichtverletzung des Auftragnehmers, zahlt er die bis zur Kündigung erbrachten Leistungen, bereits angefallene Auslagen und ein Ausfallhonorar von 25 % des restlichen Honorars.

Wie hoch

Einen festen Satz gibt es nicht. In den USA sind im Verlagswesen 25 bis 50 % des Honorars verbreitet; bei Projektarbeit verlangen Freelancer oft die erbrachte Arbeit plus einen Anteil am Rest, je nachdem, wie schwer sich die Zeit neu füllen lässt. Eine Anzahlung erledigt dasselbe im Voraus.

Kündigung auch für dich

Prüfe, ob auch du kündigen kannst: wenn der Kunde nicht zahlt, nicht mehr reagiert oder das Projekt weit über den vereinbarten Umfang hinaus ändert. Und prüfe, was mit den Rechten passiert: Sie sollten nur für die Arbeit übergehen, die der Kunde bezahlt (siehe Nutzungsrechte).

Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen und ist keine Rechtsberatung. Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land, und was in einem Vertrag üblich ist, kann anderswo unwirksam sein. Bei einem wichtigen Auftrag lass den Vertrag zusätzlich von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.

Prüfe deinen Vertrag, bevor du unterschreibst

Lade einen Kundenvertrag hoch (PDF oder DOCX) und SoloOps zeigt dir, welche Bedingungen du besprechen solltest, was fehlt und worum du bitten kannst. Die erste Prüfung jeden Monat ist kostenlos, ohne Karte.

Vertrag kostenlos prüfen